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Blasensprung
Was tun, wenn eine Schwangere zu früh Fruchtwasser verliert?
Die Fruchtblase,
in der das Ungeborene heranwächst, liegt wie ein wassergefüllter
Luftballon in der Gebärmutter. Die nur wenige Millimete dünne
Hülle besteht aus zwei festen Häuten, die durch eine lockere
Schwammschicht miteinander verbunden sind. Das macht die Fruchtblase
zu einem sehr strapazierfähigen Behältnis und mildert
bei der Geburt den direkten Druck der Wehen auf den empfindlichen
Kopf.
Normalerweise platzt die Fruchtblase erst, wenn der Muttermund sich
ganz geöffnet hat und die Blase sich - an dieser Stelle nun
ohne Widerstand - in den Geburtskanal vorwölbt. Die Ärzte
nennen das einen rechtzeitigen Blasensprung.
Fließt bereits zu Beginn der Entbindung Fruchtwasser ab, dann
trägt der Geburtshelfer das als frühzeitigen Blasensprung
in den Mutterpass ein.
Bei zehn bis zwanzig Prozent aller Schwangerschaften springt die
Fruchtblase, bevor die Geburt angefangen hat, manchmal sogar viele
Wochen vor dem Termin. Dieser vorzeitige Blasnesprung ist dann eine
ernste Komplikation, wenn das Baby noch zu klein ist, um draußen
gute Überlebenschancen zu haben.
Denn fast immer beginnen innerhalb von 48 Stunden nach dem Blasensprung
Wehen.
Die andere Gefahr: Bakterien und Keime steigen in die nun offene
Gebärmutter auf und infizieren das Kind. Hat eine Frau also
das Gefühl, vorzeitig Fruchtwasser zu verlieren, muss sofort
der Arzt verständigt werden. Er wird versuchen, das Baby mit
Ruhe und Medikamenten zu halten und es gesund auf die Welt zu bringen.
Nicht selten aber ist die Fruchtblase so stabil, dass sie, kurz
bevor das Kind herausrutscht, von der Hebamme - ganz schmerzlos
- mit einer Schere geöffnet werden muss.
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