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Nabelschnur
Über die Nabelschnur bekommt das Baby Nahrung und Sauerstoff

Mit dem ungeborenen Baby wächst auch die Nabelschnur: Am Ende der achten Woche ist sie 15 Millimeter, gegen Ende der Schwangerschaft im Durchschnitt 60 Zentimeter lang. Sie kann aber auch beträchtlich kürzer oder länger sein. In der Nabelschnur ranken sich zwei dünne, aber kräftige Arterien um eine weiche, dicke Vene. Diese großen Blutbahnen verzweigen sich in der Plazenta in ein dichtes Netz feinster Gefäße. Über die Nabelschnur wird das ungeborene Baby versorgt. Durch die Vene holt es sich „frisches", mit Sauerstoff und Nahrung angereichertes Blut; durch die Arterien fließt das „müde", mit Abfallstoffen beladene Blut in den Kreislauf der Mutter zurück.
Fast immer ist die Nabelschnur spiralig gedreht, denn eine Spirale läßt sich viel schwerer abknicken als ein gerades Rohr. Wenn sich das Kind also im Laufe der neun Monate bei einem seiner vielen Purzelbäume in der Nabelschnur verfängt, bedeutet das selten eine Gefahr. Manchmal werden Kinder mit einer um den Hals geschlungenen Nabelschnur geboren. Auch das ist in 99 Prozent aller Fälle ungefährlich. Es kommt nur sehr selten vor, dass feste Verknotungen oder Umwicklungen die lebensnotwendige Versorgung des Ungeborenen behindern. Dann kann das Kind in Sauerstoffnot geraten und muss möglichst schnell geholt werden.
Es kann während der Geburt aber auch zu einer Verklemmung der Nabelschnur und damit einer Unterversorgung des Babys kommen; etwa wenn die Fruchtblase platzt oder gesprengt wird und die Nabelschnur sich vor den Kopf des Kindes in den Geburtskanal legt. Auch bei Steißlagen kann sich ein solcher Nabelschnurvorfall ereignen. Der Arzt wird dann versuchen, das Baby zu bewegen oder den Kopf durch die Scheide mit der Hand etwas zurückzuschieben: So kann eine ernste Gefährdung des Kindes meistens doch noch vermieden werden. Wann soll die Nabelschnur nach der Geburt durchtrennt werden? Vor einigen Jahren noch machten die Geburtshelfer Tempo, rissen das Neugeborene an den Füßen hoch und gaben ihm einen schmerzhaften Klaps auf den Po - aus Angst, es werde nicht von selbst und rechtzeitig zu atmen beginnen. Für solche Hektik gibt es nach heutiger Erkenntnis medizinisch keinen Grund. Denn solange die Nabelschnur das Neugeborene mit Sauerstoff versorgt, muss es noch nicht selbstständig atmen. Deshalb lässt man den Babys jetzt Zeit, sich an die Welt draußen zu gewöhnen. Meistens beginnen
die Kinder nach einer Minute zaghaft von allein zu atmen. Hat sich das Baby auf Selbstversorgung umgestellt und atmet es regelmäßig, hat die Nabelschnur ausgedient und hört auf zu pulsieren. Das Blut der Nabelschnur enthält sogenannte Stammzellen, von denen sich die Gentechnik viel erwartet. Seit kurzem besteht durch Privatfirmen die Möglichkeit, dieses Blut für etwaige spätere ärztliche Behandlungen aufbewahren zu lassen. Die Kosten dafür werden aber nicht von den Kassen getragen und noch sind die Anwendungsmöglichkeiten sehr begrenzt.

 

 

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