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Plazenta
Der Mutterkuchen versorgt das ungeborene Kind mit Nahrung

Die Plazenta, auch Mutterkuchen oder Nachgeburt genannt, ist ein tief dunkelrotes Zellgebilde, das wie ein Schwamm an der Gebärmutterwand hängt. Gegen Ende der Schwangerschaft ist die Plazenta rund 500 Gramm schwer, zwei bis vier Zentimeter dick und hat einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern, durch die Nabelschnur ist sie mit dem Kind verbunden. Die Plazenta hat drei wichtige Funktionen:
Sie hält eine Art Luxusversorgung für das wachsende Ungeborene bereit: ein konzentriertes Angebot an mütterlichem Blut, aus dem sich das Baby über die Nabelschnur ständig neuen Sauerstoff und Nährstoffe holt.
Sie hält viele Schadstoffe und Krankheitserreger zurück und übernimmt viele Schlackstoffe aus dem kindlichen Organismus.
Sie produziert Hormone, die für die Schwangerschaft wichtig sind. Kurz nach der Geburt löst sich die Plazenta normalerweise von selbst von der Gebärmutter und wird zusammen mit den Resten der Nabelschnur ausgestoßen. Diese „Nachgeburt" wird stets sorgfältig untersucht.
Arbeitet die Plazenta nicht richtig, dann wird das Kind nicht mehr ausreichend versorgt. Es bleibt in seinem Wachstum zurück.
Zunächst wächst nur der Körper nicht weiter, der Kopf dagegen entwickelt sich normal. Das liegt daran, dass das Kind den Nähr- und Sauerstoffmangel kompensiert, indem es auf ein „Notaggregat" umstellt. Herz, Gehirn und Nebennieren werden weiterhin ausreichend versorgt. In etwa 80 Prozent werden Probleme des Ungeborenen über Ultraschall bei den üblichen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Schwangere, bei deren Babys eine Wachstumsverzögerung festgestellt wurde, sollten zu einem Spezialisten gehen. Der wird versuchen, die Ursache herauszufinden. Mit einem Ultraschall-Doppler-Gerät kann der Arzt den Blutfluss in den mütterlichen Gefäßen messen, um zu prüfen, ob sie die Plazenta ausreichend versorgen. Oder er misst die Gefäße der Nabelschnur, den Blutfluss in den Gefäßen des Babys, um zu erkennen, ob der Kreislauf des Babys im Mutterleib richtig arbeitet. Bei schweren Störungen der Plazenta und einem Entwicklungsrückstand des Babys versuchen die Ärzte, den Blutfluss innerhalb der Plazenta und die Aufnahmefähigkeit des Kindes zu verbessern. Die Versuche reichen von SauerstoffTherapie bis Elektrostimulation der Gefäße. Aber meistens greift man auch in Universitätskliniken auf eine alte Methode zurück: strenge Bettruhe, möglichst auf der linken Seite. Denn dann wird die Plazenta am besten versorgt. In einer von 150 Schwangerschaften kommt es vor, dass die Plazenta vor dem Muttermund oder zu weit unten in der Gebärmutter liegt. In diesen Fällen kann es am Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt zu einer starken Blutung kommen, die für Mutter und Kind gefährlich ist. Meist hilft da nur ein Kaiserschnitt.

 

 

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